DVDSurround >> Mimic

Die Übersicht

Sprache

Tonformat

Bitrate
(c) VCL/MAWA

Deutsch

Dolby Digital 5.1

448 kbps

Englisch

Dolby Digital 2.0

192 kbps

 

Surround Bewertung

 

Surround-Referenz

 

Studio, Erscheinungsjahr:

Dimension Films, 1997
Verleih, Erscheinungsjahr: VCL/MAWA, 1999

 

Der Sound von Mimic

Dass Regisseur Guillermo Del Toro grossen Wert auf aggressiven und spektakulären Ton legt, ist spätestens klar seit dem Actionkracher „Blade II” in DTS-ES 6.1 Discrete. Auch für das frühere Werk „Mimic“ (1997) wurde die Crème de la Crème der Tonabmischer aufgeboten. Praktisch alles, was Rang und Namen hatte, wurde zur Skywalker Ranch in Marin County, CA zitiert, um einen Klangteppich der Extraklasse für diesen Horrorschocker zu kreieren. Hier nur ein kleiner Auszug der wichtigsten Toningenieure, die an diesem Riesenprojekt beteiligt waren: Randy Thom (Darkness Falls, Harry Potter and the Chamber of Secrets, Final Fantasy: The Spirits Within), Tom Myers (Monsters, Inc., The Mexican, Avalon), Steve Boeddeker (Daredevil, Hart’s War, From Hell), Michael Minkler (Chicago, The Four Feathers, Black Hawk Down), Lora Hirschberg (The Ring, Panic Room, Pitch Black) und viele weitere. Bei so vielen Profis aus dem Hause Skywalker Sound konnte wieder einmal mehr nichts, aber auch gar nichts schief gehen!

Gleich von der ersten Minute an wird nämlich in der obersten Tonliga gespielt und dies, obwohl der Film schon 6 Jahre auf dem Buckel hat! Unzählige Geräusche, Stimmen und Musik wurden auch auf die Surrounds verteilt und dies meistens sogar in der gleichen Lautstärke wie die der Frontspeaker.

Aber auch nach diesem aggressiven Einstieg will sich nie etwas Ruhe einstellen. Die Surround stehen im Dauereinsatz. Zum Glück regnet und donnert es praktisch die ganze Zeit an diesen Tagen. Sehr aggressiv (wie es auch sein soll) wurde das Donnern auf alle Lautsprecher verteilt. Besonders die Surrounds dürfen sich davon ein besonders grosses Stück abschneiden. Da kommt wirklich Freude auf! Auch nach dem imposanten Naturspiel will immer noch keine Ruhe aufkommen. Denn nun geht’s zwischendurch mal runter zu U-Bahn-Station. Wirklich vorbildlich wurden die Szenen dort unten vertont. Die Bahn rauscht an einem vorbei, sprechende Leute machen sich auf den Surrounds breit und die Lautsprecheransagen sind so genial abgemischt, dass man diese nicht orten kann. Gut gemacht und realistisch obendrein.

Doch der wirkliche Horrortrip der Protagonisten hat hier gar noch nicht erst begonnen. Jetzt gehen diese nämlich zu den Viechern runter, die sich in den Tunnellabyrinthen ausgedienter U-Bahn-Schächte rumtreiben. Die Abmischung dieser Szenen verlangte wirklich viel Abmischkunst von den Toningenieuren. Diese lösten die Probleme aber mit Bravour und präsentieren uns einen Klangteppich vom Feinsten: Überall ertönen rings herum Echos, Hall, Knacksen, Krachen und tropfendes Wasser.

Ganz lustig (oder eben nicht) wird es, wenn die fiesen Kakerlaken angreifen. In diesen Szenen hört man einige Male den Ruf eines dieser Viecher aus den Rears, als stünde es direkt hinter einem. Da läuft es einem schon mal eiskalt den Rücken runter. Manchmal erschrickt man (der Film ist also nichts für die Freundin, ausser sie steht auf genialen Raumklang) auch einfach ab der groben Dynamik, die hier geboten wird. In solchen Szenen packt auch der Subwoofer zu, der sehr druckvoll seine Präsenz demonstriert. Einige Male hat es mich fast sprichwörtlich vom Hocker gerissen. Interessant ist, dass bei solchen Szenen vielfach eine Art hinterer Center wie bei DD 5.1 EX oder DTS-ES entstand, obwohl es sich „nur“ um einen 5.1 Mix handelte. Man meinte wirklich, der Backsurround melde sich einige Male zu Worte.

Tonal am eindrücklichsten ist dann sicher der grandiose Showdown. Hier wird noch mal alles mobilisiert, was mobilisiert werden kann: Viecher, die vorbeifliegen oder es sich akustisch auf dem Bahnwagon in den Rears bequem machen. Weiter hätten wir noch Geschosse aus Waffen, deren Echos in den Rearspeakern widerhallen, wieder mal einen vorbeirauschenden Zug oder schreiende Insekten anzubieten. Nicht minder genial die grosse Explosion!

Bestimmt habe ich jetzt einige akustische Leckerbissen vergessen, aber der Film ist nun halt mal voll gestopft damit. Daher die Devise: Selber reinschauen ist ein Must! Ich muss auch bestimmt nicht mehr schreiben, das sich der Film seinen Referenzstatus spielend einfach geholt hat, oder? Ein Hoch auf Randy Thom, Tom Myers, Steve Boeddeker, Michael Minkler, Lora Hirschberg und alle anderen vom famosen Skywalker Sound Team.

Autor: Hannes Helfenstein
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