HDSurround >> Atlantis - The Lost Empire CE THX RC1

Die Übersicht

Sprache

Tonformat

Bitrate
(c) Buena Home Entertainment

Englisch

DTS-ES 6.1 Matrix

768 kbps

Englisch

Dolby Digital 5.1 EX

448 kbps

Französisch

Dolby Digital 5.1 EX

448 kbps

 

 

Surround Bewertung

Sehr gut

 

Studio, Erscheinungsjahr:

Walt Disney Pictures, 2001
Verleih, Erscheinungsjahr: Buena Vista Home Entertainment, 2002

 

Der Sound von Atlantis - The Lost Empire Collector's Edition THX RC1

Auch "Atlantis - The Lost Empire" verhalf Tonmaestro Gary Rydstrom wieder einmal mehr zu einem begehrten Preis. Diesmal reichte es zwar nicht zum "Oscar", jedoch aber zum "Golden Reel Award" für den besten Ton zu einem Animationsfilm. Es ist auch sehr schwierig, einen Oscar für einen Animationsfilm zu ergattern, da das Sounddesign doch 100%ig neu erstellt werden muss. So stellt ein Animationsfilm auch immer eine besonders grosse Herausforderung für einen Toningenieur dar.

Wieder einmal mehr zeichnet Gary Rydstrom verantwortlich für das Sounddesign wie auch den Mix der aufgenommenen Geräusche (sound re-recording mixer). In der Tonabmischungsbranche ist es ziemlich unüblich, dass ein Tonmeister gleich beide Jobs übernimmt, sind doch beide mit enormen Zeitaufwand verbunden. Daher übernimmt sehr selten eine Person beide Parts der Tonabmischung. Gary Rydstrom aber macht meistens gleich beides bei der Post Production des jeweiligen Filmes und dies mit grossem Erfolg. Er ist wahrscheinlich auch derjenige mit den meisten Credits bezüglich Sound Design und Sound Re-recording.

Tut mir leid, dass ich das Review schon wieder mit einer etwas lang geratenen Einleitung begonnen habe. Aber jedes Mal wenn ich über einen Film, der von Skywalker Sound abgemischt wurde, schreiben muss, fallen mir noch tausend Sachen zum Hintergrund ein. Deshalb nun schnurstracks zur eigentlichen Tonbesprechung zu "Atlantis - The Lost Empire":

Bereits die Eröffnungssequenz, welche den Untergang von Atlantis schildert, offenbart dem Zuschauer "wo der Bartli den Sound holt". Es kommt eine gewaltige Druckwelle (und wenn ich Druckwelle schreibe, meine ich Druckwelle) auf einen zu. Gekonnt wurde hier wieder einmal mehr der LFE eingesetzt. Nicht zu stark und nicht zu schwach, sondern gerade in der richtigen Dosierung. Wir kennen übrigens nicht viele Filme, die nicht von Skywalker Sound abgemischt wurden und mit einem solch perfekten Bass auftrumpfen können. Hier haben die Jungs eindeutig die Nase vorne. Auf die besagte Druckwelle hin folgen auch gleich einige wirklich schöne direktionale Effekte, die in Gestalt von vorbei fliegenden atlantischen Vehikeln in den Rears verschwinden. Bereits hier kommt auch der EX-Kanal zum Zuge. Dank ihm vernimmt man wirklich von überall her die vorbeifliegenden Maschinen.

Nach diesem imposanten Einstieg geht es dann wieder etwas gemächlicher zu und her. Aber auch hier kommt der detailverliebte DTS-Ton zum Zuge. Die Stereofront klingt weiträumig und offen. Die Geräusche klingen dank des erwähnten DTS-Tracks superb. Davon profitiert auch der grandiose Score von James Newton Howard, der von niemand geringerem als dem Gott der Scoreabmischung, Shawn Murphy, abgemischt wurde. Auch die Dialoge, die über die ganze Front verteilt sind, erklingen in einer tollen Qualität. Die doch etwas frontlastige Kulisse wird zwischendurch auch mal wieder mit einem schönen Gewitter (Donnern), welches aus allen Kanälen ertönt, aufgelockert.

Der Beginn der Expedition markiert auch den Beginn des sensationellen Raumklangs. Besonders gelungen: Der Angriff des Monsters aufs U-Boot. Wiederum ein perfekter Einsatz von Subwoofer und eingestreuten direktionalen Effekten. Am besten Gefallen haben uns die im Mutterschiff herumspringenden Schrauben und die kleinen U-Boote, die das Mutterschiff über die Surrounds verlassen. Akustische Leckerbissen im Quadrat!

Hier endet das Surroundvergnügen aber noch lange nicht. Weiter geht es nämlich im Camplager mit haufenweise Glühwürmchen, die Feuer im Lager verbreiten. Hier wurde der EX-Kanal am besten während des ganzen Filmes eingesetzt. Überall hört man die kleinen Feuer bringenden Viecher herumschwirren.

In Atlantis angekommen, geht es erst mal wieder etwas gemächlicher voran. Aber auch hier sind meistens irgendwelche Umweltgeräusche zu vernehmen. Eindrücklich auch die Vögel, die von vorne nach hinten rechts fliegen, als Milo und Kira den Gipfel eines Berges erklimmen.

Das gemächliche Spiel währt aber nicht lange, denn jetzt läuten die Surroundglocken zum Finale. Surroundeffekte en masse (Schüsse, Flugzeuge, Fahrzeuge etc.), druckvolle Explosionen und Wassermassen. Hier wird einfach alles Mobil gemacht und sämtliche Register des Mehrkanaltons gezogen. Sogar Dr Sweet's Stimme darf sich mal in den Surroundspeakern verirren als dieser nach Milo ruft.

Alles in allem ist der Tonmix zu "Atlantis - The Lost Empire" ausgesprochen vielfältig und eindrücklich. Da er aber ein Animationsfilm ist, kann er genrebedingt den Referenzen "Star Wars: Episode I und II", "Saving Private Ryan", "Blade II" und "Avalon" das Wasser nicht reichen. Für die Note "Sehr Gut" reicht es aber allemal.

 

Autor: Hannes Helfenstein
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